Er rollt wieder

Und wieder konnten wir einen Sattelzug Richtung Rumänien schicken! Er transportiert gespendete Bettwäsche, Handtücher, Schuhe, Spielsachen, Fahrräder und einen bunten Mix aus Kleidern. Viele Helfer waren zur Beladung wieder anpackend dabei. Nach zirka vier Stunden war das Lager ausgeräumt und die Ladefläche zu 3/4 gefüllt. Danach wurde das letzte Viertel an einer weiteren Station komplettiert.

Auflieger während der Beladung im März ’17

Sammlung in vollem Gange

Weihnachtspäckchen 2016
Weihnachtspäckchen 2016

Die Päckchenaktion für dieses Weihnachtsfest ist in vollem Gang. Viele fleißige Helfer sind wieder mit dabei, um das Lager in Greifenhain bis zum Rand zu füllen. Etwas über 400 Päckchen konnten vergangenen Samstag aus Naumburg geholt werden und Weitere werden von dort dazu kommen. Wir sagen allen Naumburger Spendern und all jenen die mitgeholfen haben ganz herzlich „Danke!“. Demnächst werden die Pakete und Päckchen aus dem Raum Rochlitz eintreffen, wir sind gespannt wie viele es dieses mal sein werden. Erst am Freitagnachmittag (2.12.16) wird der rumänische Lastwagen erwartet, der dann alle Gaben mit auf die lange Reise nach Siebenbürgen nehmen wird. Bis dahin können noch Weihnachtspakete an den bekannten Stellen abgegeben werden.

An dieser Stelle auch vielen Dank für die kräftige finanzielle Spendenbereitschaft. Das Geld wird insbesondere für die Transportkosten benötigt, die zwischen 2000 und 2500 € betragen können. Diese sind nun gedeckt! Überschüsse gehen z.B. an Projekte wie Kösös Elet, Restore Ministry Romania und auch an bedürftige Familien.

LKW verladen

Am 20. September schickte uns der rumänische Verein A.C.T. „CONVIETUIREA“ einen LKW zum verladen von Sachspenden und Erntedankgaben. Im gleichen Zeitraum wurde ein Gebäude für die Kinder- und Jungendarbeit im rumänischen Arkeden errichtet, die Arbeiter wollten Dachsparrendämmung verbauen. Als festgestellt wurde, dass sich der vorhandene Dämmstoff nicht eignete und auch sonst kein qualitativer Ersatz beschafft werden könne, wurde kurzerhand geeignete Ware in Deutschland eingekauft.

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Die Sachspenden und Erntedankgaben fanden dennoch Platz im 40-Tonner, sodass unser Lagerbestand fast vollständig abtransportiert werden konnte.

 

Arbeitseinsatz in Wolkendorf

Vom 29.01. bis 06.02. fand ein Arbeitseinsatz in Wolkendorf statt

Es fanden sich drei Leute von uns, die am Rüstzeitheim der Stiftung für die christliche Familie in Schäßburg tatkräftig Hand anlegten.

Wolkendorf
Baustelle in Wolkendorf (Vulcan)

Es handelt sich dabei um das Pfarrhaus in Wolkendorf.  Das Kellergewölbe wurde verputzt und die Räume unter dem Dach mit Gipskartonplatten versehen. Für die tägliche Stärkung mit landestypischem Essen sorgte eine Familie aus dem Dorf.

Wolkendorf
Wolkendorf – Keller im Pfarrhaus

Natürlich packten die Helfer aus der Stiftung mit an, so konnte in einer Woche viel bewegt werden.

Rüstzeit 2015

Zur diesjährigen Herbstrüstzeit in Pruden sind bereits 13 Personen angemeldet. Es wird gemeinsame Unternehmungen mit einer Gruppe aus Seelitz geben, die allerdings in Arkeden nächtigen.

Zeitraum
10.10. bis 17.10.2015
Eine Woche
Kosten
insgesamt ca. 250,00 € pro Person
Vorhaben
  • Land & Leute kennen lernen
  • Jubileumsfeier vom Spital in Laslea
  • Ein Tag mit den Kindern von Pruden (Kinderfest)
  • Jubiläumsfeier 20 Jahre in Rumänien
  • Besuch des ev. Gottesdienstes
  • Besichtigung der Kirchenburgen Reps und Arkeden
  • Wandern
  • Freizeitaktivitäten

…und immer schön lächeln und winken

Rumänien-Bericht von Franziska Albrecht

Es mag vielleicht ein wenig abgedroschen klingen, aber John Lennon hat mit seiner klugen wie simplen Lebensphilosophie Recht behalten:
“Life is what happens to you while you are busy making other plans.”
Irgendwie kommt den geschmiedeten Plänen ja doch meist etwas in die Quere. Irgendwie eben. In meinem Fall lockten mich die schon seit Wochen kribbelnde Abenteuerlust und der Drang, anderen Menschen zu helfen, aus meinem Berliner Studierstübchen heraus – hinein in einen mit Päckchen, Proviant und Plaudereien beladenen Mercedes Sprinter gen Osten. Das Ziel: Rumänien, Heimat von Dracula, Zacuscă, dem Brotaufstrich mit Suchtpotenzial, und etlichen in Armut lebenden Familien. Abgesehen von der schweren Anfahrtsgeburt, die sich symptomatisch in Form eines aus reiner Prassligkeit vergessenen Rucksacks und dem daraus resultierenden Umweg äußerte, lief die 15-stündige Autofahrt ganz nach Plan. Wider die großväterliche Manier, ein lauschiges Rastplätzchen zu suchen und sich in aller Gemütlichkeit die geschälten Picknickeier schmecken zu lassen, wurden zwei Tankpausen eingelegt. Das freitägliche Feierabendbier sei uns in Pruden, unserem Ankunftsort, vergönnt – ein kleines Gläschen heimischen Obstlers, Palincă genannt, auch.

Mit dem Läuten der Kuhglocke begann der nächste Tag pünktlich um 8.00 Uhr. Dank eines reichlichen Frühstücks – größtenteils aus Eigenproduktion: selbstgeräucherter Käse, hausgeschlachtene Wurst und selbstgekochte Marmelade – konnten wir Kraft für den ersten Einsatz der Päckchenverteilerei tanken. Gut 140 Pakete wurden fleißig im treuen Gefährt verstaut, um so den Kindern in dem kleinen Ort Wolkendorf eine Freude zu bereiten. In dem ortseigenen, spärlich gestalteten Freizeithaus kamen Dorfbewohner, freiwillige Helfer und andere Weihnachtswichtel zusammen. Wenn auch des Rumänischen nicht mächtig, fand ich Gefallen an dem amüsanten Krippenspiel, das von allen Anwesenden mit großen Augen und vollster Aufmerksamkeit regelrecht aufgesogen wurde. Der Kantor von Schäßburg, Theo Halmen, sorgte mit Ansprache und Kanon für eine ausgelassene Stimmung und verkürzte zugleich die Wartezeit aufs Mittagessen. Das Warten hatte sich in der Tat gelohnt: Ein überdimensionaler Topf, gegen den meine studentische Küchenausstattung wirklich alt aussieht, wurde, randvoll mit herrlich duftender Suppe, hereingetragen. Dazu gab es selbstgebackenes Brot und Kräutertee. Welch Gaumenschmaus! Ich vermisse die etlichen rumänischen Köstlichkeiten schon jetzt. Zur Abrundung der Geschmackszellen stand Pudding (Budincă!), von allen heiß begehrt, auf dem Speiseplan. Nach der kleinen, gelungenen Weihnachtsfeier dann endlich die sehnsüchtig erwartete Bescherung. Noch hastig und sehr mühselig die rumänische Übersetzung für „Frohe Weihnachten“ einstudiert, um sie anschließend im Minutentakt zu vergessen, bevor jedes Kind ein Weihnachtspäckchen bekam. Diese wurden, trotz meines unverständlichen Gemurmels, mit strahlenden Augen dankbar entgegen genommen. Am Abend wurde die Belieferung des Kindergartens in Elisabethstadt in Angriff genommen. Nach einem Tee und meinen gefühlten hundert Fragen (Kleiner Exkurs: Ein Kleinkind stellt durchschnittlich vierhundert Fragen. Da kann ich locker mithalten!) ging es zurück zum nächsten Programmpunkt nach Pruden. Helga Nürnberger, Vorsitzende von Restore, lud zur geselligen Weihnachtsfeier im Rüstzeitheim ein – Spiel, Spaß und Spannung inbegriffen. Die meisten Gesichter dort kannte ich nicht. Das war aber eigentlich auch egal. Bei hausgemachter Lasagne und anderen Delikatessen, die das üppige Buffet zu bieten hatte, wurde angeregt geplaudert. Und wer aufgrund der kleinen Sprachbarriere nicht ganz so wild drauflosplaudern konnte, hat sich eben als Goldkehlchen beim gemeinsamen Singen bewiesen. Der Drang, anderen zu helfen, verbindet. Das hat später auch die Vorstellung der etlichen Hilfsprojekte in Form einer Diashow deutlich gemacht. Um das Freizeitangebot des Rüstzeitheims optimal auszuschöpfen, wurde noch die Tischtennisplatte unsicher gemacht. …und eine Runde gekickert, und noch eine, und noch eine, und noch eine letzte Runde und noch eine allerletzte.
Die nächsten Tage waren ähnlich spannend und abenteuerlich. Am Sonntag ging es etwas ruhiger und kultureller zu: Es ging zum Gottesdienst nach Schäßburg und danach direkt auf den Stundenturm, die fantastische Aussicht genießen. Ein Stadtrundgang, ein vorzüglicher Sonntagsschmaus bei Theo, dem Schäßburger Kantor, samt Familie und ein ausgedehnter Verdauungsspaziergang folgten. Am Nachmittag besuchten wir das „Haus des Lichts“, ein Heim für behinderte Kinder und gleichzeitig Lagerstelle für die unzähligen Weihnachtspäckchen, in Weißkirch. Damit die Speckröllchen auf dem Weg auch ja nicht verloren gehen, gab es genügend Naschwerk für alle. Die Kinder haben sich ausgetobt und mich mit den in jeder Ecke verteilten Bausteinen ordentlich auf Trab gehalten. Mit Anbruch der Dunkelheit wurde es Zeit für den Kerzenlauf in Schäßburg, unser letzter Punkt auf der Kulturagenda. Wie der Name schon vermuten lässt, zogen wir mit Kerzen bestückt von Kirche zu Kirche. Zwischenstopps wurden beim Rathaus und der Schule eingelegt. Nach guten zweieinhalb Stunden kehrten wir Schäßburg den Rücken und ließen den Abend vorm Prudener Küchenkamin ausklingen.
Am Montag florierte der Päckchenservice wieder. Erster Halt des Tages war das Spital in Großlasseln, dass uns mit einem Lächeln, Nussstrudel und Kirschsaft dankte. Um noch mehr Verwirrung bezüglich der vielen Ortsnamen zu stiften, wurde ein kleiner Zwischenstopp in Rauthal eingelegt. Natürlich ließen die Dorfkinder nicht lange auf sich warten. Ein bisschen Rumblödelei muss schon sein und so war es nicht schwer, die Kids für eine Runde Wenn-du-glücklich-bist-dann-klatsche-in-die-Hand zu begeistern. Dabei ist mir erst so richtig aufgefallen, wie wichtig Zuneigung und Beschäftigung eigentlich sind. Jedes Kind (und jede Halberwachsene) macht doch gern Quatsch und tobt sich aus – umso trauriger, dass die  Möglichkeit dazu hier Mangelware ist. Der nächste Tag in Cristuru Secuiesc hat das ganz besonders veranschaulicht als plötzlich ein Dutzend Romakinder in zerlumpter Kleidung vor mir stand und sich die Füße gewaschen hat. Im Viertelstundentakt betrat eine neue Kinderschar die vertrauten vier Wände des DOMUS Rumänienhilfe e.V. Im Rahmen des Projektes  „Közös Élet – Gemeinsam Leben“ konnten die Kleinen für ein paar Stunden ihre Sorgen vergessen und sich voll und ganz aufs Weihnachtslieder singen und ein warmes Mittagessen konzentrieren. Das Highlight der Feier war das aufwendig gestaltete Schattenspiel, das die Geschichte von Josef und Maria nacherzählt hat. Am Ende gab es für die kleinen Strolche gestrickte Mützen und Schals, ein Päckchen noch dazu.
Die letzten Geschenke haben wir der lieben Helga bei den Schulweihnachtsfeiern überlassen. Voller Eifer haben die Schulkinder ihre Interpretationen der Weihnachtsgeschichte vor den stolzen Mamis und Papis zum Besten gegeben.
Bevor der Sprinter die Heimfahrt, im Schweinsgalopp wohlbemerkt, angetreten ist, statteten wir Familie Lorenz in Malmkrog noch einen Besuch ab. Neben einer flinken Klettereinlage auf den Kirchturm, ein ganz besonderer Leckerbissen für deutsche Sicherheitsbehörden, haben wir die örtliche Handwerksarbeit der Zigeuner unterstützt und uns mit allerhand selbstgemachten Teppichen, Besen und Körben eingedeckt.
In einer Woche wurde ich mit so viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft übermannt, dass ich die Tage danach noch Mundwinkelmuskelkater vom vielen Lächeln und Freuen hatte. Selbst wenn, oder gerade weil, etliche der Menschen dort nicht so viel besitzen, wie wir es vielleicht kennen, sind sie unglaublich herzensgut – und mir auf Anhieb sympathisch. Über den gesammelten Erfahrungsschatz einer Woche Rumänien könnte ich mit Sicherheit einen Roman schreiben, aber da das hier eben ein Bericht werden sollte, komme ich zum Schluss:
Mit dem Abenteuer Rumänien hat sich Lennons Weisheit einmal mehr bestätigt. Irgendwie lässt sich das Leben eben nicht in vorgefertigte Muster und scheinbar wohldurchdachte Pläne zwingen und zeigt sich gerade dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Irgendwie eben. 

Rüstzeit 2014

Für die diesjährige Herbstrüstzeit nach Pruden sind noch Teilnehmerplätze frei. Wer gern selbst mit dem Auto in der Kolonne mitfahren möchte kann das gerne tun. Anregungen, Wünsche, Fragen und Ideen können per E-Mail mitgeteilt werden.

Zeitraum
19.09. bis 27.09.2014
Eine Woche
Kosten
insgesamt ca. 250,00 € pro Person
Vorhaben
  • Land & Leute kennen lernen
  • Arbeitseinsatz in soz. Projekten (DOMUS)
  • Ein Tag mit den Kindern von Pruden (Kinderfest)
  • Besuch des ev. Gottesdienstes
  • Wandern
  • Freizeitaktivitäten

Die Anmeldungen können ebenfalls per E-Mail eingereicht oder an die bekannten Personen gerichtet werden.

Wie kommen wir nach Pruden?

Die Fahrt wird normalerweise mit den jeweiligen privaten Fahrzeugen realisiert. Mit dabei sind immer wenigstens zwei erfahrene Rumänienfahrer, die sich bestens auskennen. Wie viele Plätze letztendlich zur Verfügung stehen hängt auch immer von der Zahl der Autos und Führerscheininhaber ab, die an der Rüstzeit teilnehmen. Im Prinzip kann jeder mit seinem Fahrzeug teilnehmen. Die Fahrtkosten werden dann von den entsprechenden Mitfahrern getragen.

Zum ersten Mal in Rumänien…

Freitag, 13.12.2013: Es klopft an der Tür. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir: es ist 3:43 Uhr! Es war eine kurze Nacht und ich kann meine Augen kaum offen halten. Ein schnelle Tasse Kaffee und dann geht es auch schon los. Vor meinen Begleitern Harald, Rüdiger, Thomas, Volkmar und mir liegt eine 15-stündige Fahrt nach Rumänien. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Worauf habe ich mich hier eigentlich eingelassen? Als ich gefragt wurde, ob ich mit nach Rumänien komme, war mein Entschluss schnell gefasst „Na klar, warum eigentlich nicht.“ Und so kam die Reise, ohne dass ich mir darüber Gedanken gemacht hatte. Als wir endlich unsere Unterkunft in Prod (Pruden) erreichen, wo wir von Johannes und Uli erwartet werden, ist es bereits dunkel.
Die folgenden sechs Tage beginnen immer mit dem gleichen Ritual: um acht Uhr wird geläutet und um halb neun erwartet uns ein reichlich gedeckter Frühstückstisch. Nach dem Frühstück sind wir meistens den ganzen Tag unterwegs. In dieser knappen Woche lerne ich so viele neue Gesichter, Namen, Orte und Organisationen kennen, dass ich den Überblick verliere. Nur langsam erschließe
ich mir die Zusammenhänge und das Netzwerk, was über Jahrzehnte hier in Rumänien aufgebaut wurde. Einen Bruchteil davon möchte ich in meinem Bericht vorstellen.

Haus des Lichtes
Proben im Haus des Lichtes

Da gibt es beispielsweise das „Haus des Lichtes“, ein Heim für behinderte Kinder in Albeşti (Weißkirch), wo auch die Pakete lagern. Hier stecken die Deutschen Funny und Felix ihre ganze Kraft und Energie in die Arbeit und Betreuung der Kinder. Als wir an einem Tag wiedereinmal Pakete holen, dürfen wir spontan bei der Generalprobe des Programms für die Weihnachtsfeier zuschauen.

Honigkuchen
Honigkuchen

Außerdem lerne ich Familie Lorenz in Mălâncrav (Malmkrog) kennen. Dort besichtigen wir die 600 Jahre alte Kirchenburg und ich wage mich trotz Höhenangst und nur durch gutes Zureden der Männer auf den in die Jahre gekommenen Kirchturm. Einige Frauen sind gerade dabei, Honigkuchen zu backen. Wir dürfen zusehen und bekommen sogar eine Kostprobe.
Wir verteilen an vielen Orten Pakete und Spenden. Auch in Prod sind wir unterwegs, um Päckchen zu verteilen. Das erweist sich aufgrund der Glätte, meiner Angst vor Hunden oder einigen aggressiven Gänsen nicht immer als einfach.

Auch das Spital in Laslea (Großlasseln) besuchen wir, liefern Pakete ab und singen Weihnachtslieder mit den vorwiegend älteren Patienten und Pfarrer Martin Türk-König.

Schule in Viișoara
Schule in Viișoara

Wir bringen Pakete in die Schule in Viișoara (Maldorf). Die Schüler helfen fleißig mit, die Pakete auszuladen. Das Schulgebäude und die Klassenzimmer wirken karg, sanierungsbedürftig und bieten alles andere als eine anregende Lernumgebung, wie wir es in Deutschland kennen. Als uns die Schulkinder ein weihnachtsliches Ständchen singen, steigen mir Tränen in die Augen.

Schließlich gibt es da noch die Deutsche Helga Nürnberger und ihre fleißigen Mitarbeiter in und um das Rüstzeitheim in Prod. Bei einer kleinen Weihnachtsfeier, die Helga für ihre Mitarbeiter organisiert hat, erfahren wir von den vielfältigen Aktionen des letzten Jahres.

Benni und Alex
Benni und Alex

Ich bin beeindruckt von der bunten Vielfalt an Gästen und Aktivitäten und vom Engagement der Helfer.
Wir mischen uns beim Raclette unter die Gäste. Mit Händen und Füßen unterhalte ich mich mit den Jugendlichen Benni und Alex und muss feststellen, dass wir uns besser verständigen können, als vermutet.

Auch in Sighișoara (Schäßburg) lerne ich engagierte Christen kennen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Menschen in Rumänien zu helfen. Familie Halmen lädt uns zu einem Konzert mit weihnachtlichem Gesang von sieben Chören und anschließendem Abendessen inklusive Musizieren ein. Der Kantor Theo Halmen leitet in Vulcan (Wolkendorf) ein Hilfsprojekt. Neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die vorwiegend aus Romafamilien stammen, wird die Dorfkirche saniert und das Pfarrhaus zu einem Rüstzeitheim umgebaut. In diesem Dorf besuchen wir eine Schäfersfamilie.

Hütte der Schäfersfamilie
Hütte der Schäfersfamilie

Die Hütte der Familie gleicht einem Stall: ein Bett, ein Ofen, ein
Tisch und sechs Menschen, die hier leben. Ich kann es kaum
glauben, dass in dieser kleinen und kargen Hütte eine ganze
Familie lebt. Auf dem Bett liegt ein Säugling, geschätzte sechs
Monate alt. Ich darf das Baby halten und bin sprachlos.
Unwillkürlich muss ich an Deutschland denken, wo die meisten
Kinder regelrecht überbehütet, im Überfluss und nahezu ohne
Sorgen aufwachsen.

Währenddessen haben sich die Kinder aus dem Dorf vor der Kirche versammelt. Wir gehen hinein
und singen zusammen. Theo erzählt den Kindern von Weihnachten und sie sagen Gedichte auf. Wir sitzen alle gemeinsam in einem Stuhlkreis. Ich inmitten der Romakinder. Das Mädchen neben mir schaut mich mit großen Augen an und kann den Blick gar nicht von mir wenden. Was für ein hübsches Mädchen, denke ich und lächle sie an. Wie wird wohl ihre Zukunft aussehen? Ich schaue von Kind zu Kind und bekomme einen Kloß im Hals.

Als ich danach aus dem Auto heraus die Pakete verteile, bekomme ich weiche Knie. Ich kann meine Gefühle gar nicht in Worte fassen. Tränen laufen über mein Gesicht, als das letzte Paket verteilt und die Kinder zurück zu ihren Häusern gehen.

Am Sonntag lerne ich die Deutschen Benjamin, seine Frau
Christin und Christiane kennen. Sie leiten das Hilfsprojekt
„Közös Élet“ in Cristuru Secuiesc (Szeklerkreuz) und
kümmern sich um Kinder und Jugendliche aus Romasiedlungen in der Umgebung. Sie haben uns nach Archita (Arkeden) zu einem einzigartigen Gottesdienst eingeladen. Gemeinsam mit Rumänen und Ungarn wird gesungen, Gottes Wort gehört und gebetet.

Das Lied „Lord, you have my heart“ („Herr, dir gehört mein Herz“), was wir gemeinsam zum Abschluss des Gottesdienstes singen, macht einmal mehr deutlich, dass wir vor Gott alle gleich sind.

Romajunge
Romajunge

Am Tag vor unserer Abreise gewinne ich schließlich noch einen Einblick in die Arbeit mit den Romakindern. Mit Kleinbussen werden die Kinder aus den Siedlungen zu einer kleinen Weihnachtsfeier der Organisation „Közös Élet“ („Gemeinsam leben“) geholt. Nachdem sie saubere Kleidung und etwas zu essen und trinken bekommen haben, erzählt ihnen Christiane von der Weihnachtsgeschichte. Schnell hat sie die Kinder mit ihrer Art zu erzählen in den Bann gezogen. Ich sitze inmitten der Kinder und frage mich, ob die Kinder zum ersten Mal von Weihnachten hören.

Közös Élet
Weihnachtsprogramm bei Közös Élet

Schließlich singen wir gemeinsam und machen Bewegungen
dazu. Ich kenne das Lied und singe schon bald den ungarischen
Refrain mit (deutsch: „Vater des Lichts, du freust dich, an deinen
Kindern“). Es erfüllt mich mit tiefer Freude, gemeinsam mit den
Kindern zu singen und ich sehe auch die Freude in ihren Augen.

Die Reise nach Rumänien hat mir zum einen gezeigt, wie gut es uns hier in Deutschland geht, in welchem Wohlstand, aber auch in welchem Überfluss wir leben. Zum anderen hat sie mich gelehrt, dankbar zu sein und nicht alle Dinge als selbstverständlich zu sehen. Für mich war es wirklich beeindruckend zu sehen, was in Rumänien von den Mitarbeitern vor Ort geleistet wird und mit welcher Hingabe sie arbeiten. Es gab Situationen, in denen ich mich fragte, woher sie die Kraft nehmen, auch nach Rückschlägen immer nach vorn zu schauen? Ich könnte es kaum besser auf den Punkt bringen als der Leitspruch, der über den Köpfen der Kinder an der Wand hing und den ich seit meiner Rumänienreise nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Er lautet: „Nagy dolgkat cselekseik úgy, hogy nem érthetjük“, zu deutsch: „Gott tut große Dinge, die wir nicht begreifen.“ (Hiob 37₅)

ein Bericht von Katharina Wagner

Rumänien ist immer eine Reise wert

Jahresrüstzeit vom 28.09. – 05.10.2013

Zu zehnt fallen wir in Pruden (Prod) ein. Wir sind in diesem Jahr eine kleine Gruppe. Unser Reiseleiter Rüdiger und Martina, Thomas und Manuela, Christian und Roswitha, Johannes, Annerose, Damaris und Markus. Die letzten Kilometer zu unserer Unterkunft sind eine wahre Herausforderung. Müde und abgespannt nach 16-stündiger Autofahrt stellen wir uns den rumänischen Straßenverhältnissen fernab der Hauptstraße. Die Teerstraße geht in eine Schotterpiste mit riesigen Kratern über, wo man einem Loch ausweichend, unweigerlich im nächsten landet.

Berge
Rumänische Berge im Morgenrot

Schrecksekunde in der Dunkelheit. Ein Kinderwagen liegt am Straßenrand. Haben wir jemanden überfahren? Bei Tag betrachtet sieht man dann, dass der Wagen seine besten Tage hinter sich hat. Dergleichen Müllentsorgung sieht man bei uns in Deutschland leider auch recht oft. Blaue Müllsäcke am Straßenrand oder im Naherholungsgebiet. Einfach furchtbar.

Einen Kilometer weiter kommt uns ein Pferd entgegen. Natürlich ohne Licht. Sein Besitzer wird wohl noch einen Gute-Nacht Schluck in der Bar nehmen. Das Tier kennt den Weg nach Hause und hat keine Lust, noch länger auf seinen Herrn zu warten.

Wir drosseln die Geschwindigkeit auf 20 km/h. Irgendwann kommen wir doch glücklich und unfallfrei in der Unterkunft an.

Pruden - Prod
Pruden – Prod

Der Sonntag startet zunächst sonnig. An diesem Tag ist ein Gottesdienst in Arkeden, geplant. Arkeden liegt ca. 24 km von Schäßburg (Sighişoara), entfernt. Inmitten des Dorfes befindet sich die gewaltige, im Bau befindliche Kirchenburg, die um 1341 erstmals erwähnt wurde. Dank der EU, werden die Baudenkmäler nicht mehr dem Verfall preisgegeben. Viele nette Menschen verbringen ihre Freizeit in Arkeden um beim Wiederaufbau und der Restauration zu helfen. Pfarrer Johannes Halmen, Dechant des Schäßburger Kirchenbezirkes, feiert im Anschluss an den Gottesdienst mit allen Besuchern seinen Geburtstag. Im Garten genießen wir ein liebevoll zubereitetes Essen.

Geburtstagstisch
Geburtstagsfeier in Arkeden

Wie an Geburtstagen üblich, wollen wir Pfarrer Halmen etwas schenken. Wir entschließen uns für ein Apfelbäumchen. Leider gestaltet sich die Beschaffung etwas schwierig. Zunächst wird ein Gutschein überreicht. Das Bäumchen später aus Deutschland eingeführt und in Rumänien mit Zweigen des Batull-Apfelbaumes, einer alten, einheimischen Sorte gepfropft. Mal sehen, wann wir seine ersten Früchte genießen können.

Zum Abschluss gibt Benjamin Schaser allen Interessierten eine Führung durch die Kirchenburg. Es gibt noch viel zu tun.

Totale vom Pfarrhaus und der Kirchenburg
Totale vom Pfarrhaus und der Kirchenburg

Der Wetterbericht sagt für Montag schönes Wetter voraus. Und weil selbst der Urlaub einiger Planung bedarf, planen wir den Tag zur individuellen Nutzung frei zuhalten. Leider macht dann das Wetter fast alle Aktivitäten zunichte. Der Blick nach draußen, früh am Morgen, verheißt nichts Gutes. Es regnet und soll die nächsten drei Tage nicht wieder aufhören. Trotzdem beschließen die Wanderfreunde Thomas, Rüdiger, Markus und Johannes dem höchsten Gebirge Rumäniens, das Făgăraș, einen Besuch abzustatten.

Start ist morgens um 6:00 Uhr, vielleicht hört der Regen auf….

Sie befahren die Transfogarascher Hochstraße zum Bâlea-See. Ab 2000 Meter Höhe geht der Regen dann in Schnee über. Aus der Wanderung wird leider nichts. Was liegt da näher als eine zünftige Schneeballschlacht und Schneemann bauen?

Auf der Rückfahrt besuchen sie Kronstadt (Braşov) und die Burg von Reps (Rupea).

Manuela und Damaris sind bei Christiane Fischer in Rautal angemeldet. Sie wollen die herrliche Landschaft Rumäniens auf dem Rücken der Pferde erkunden. Leider wird der Ausflug zunächst auf Christianes Küche beschränkt. Es regnet und regnet.

16:00 Uhr, oh welch Wunder, ein kurzes Zeitfenster in dem es trocken ist. Sie wagen es und reiten los. Leider wird es eine kurze Runde. Erneut einsetzender Regen macht auch hier wieder einen Strich durch die Rechnung.

...liegt das Glück dieser Erde
…liegt das Glück dieser Erde.

In Pruden laufen unterdessen die Vorbereitungen für die Kinderfeste in Wolkendorf (Vulkan) und Pruden. Es werden Päckchen gepackt, das Schauspiel zur biblischen Geschichte geprobt, Lieder eingeübt usw.

Die Kinderwippe wird aufgebaut.
Die Kinderwippe wird aufgebaut.

Christian ist der Chef über den Bau und die Reparatur der Wippe, welche dann zum Kinderfest den Kindern übergeben wird.

Am Dienstag wühlen sich unsere 3 PKW zunächst durch den Schlamm bis zur Hauptstraße nach Daneş vor. Wir werden im Lukas Spital von Lasseln (Laslea) zum Gottesdienst erwartet. Es wird eine wunderbare Zeit voller Emotionen. Wir singen Lieder für die Alten und Kranken. Und nicht nur bei Ihnen kullern Tränen der Freude und Dankbarkeit. Anschließend begleitet uns Pfarrer Martin Türk-König nach Albeşti bei Schäßburg zum „Haus des Lichts“. Das „Haus des Lichts“ ist eine Einrichtung der Stiftung Pentru Familia Creştină.

Hier befindet sich eine Tagesstätte für behinderte Kinder und Jugendliche. Auch haben junge, allein stehende Mütter Aufnahme gefunden. Wir staunen, wie sich alles entwickelt hat. Außerdem befindet sich im „Haus des Lichts“ das Zentrallager der Aktion „Weihnachtsfreude“. Hier landen alle Päckchen und Pakete, die Weihnachten an die verschiedenen Einrichtungen und Familien verteilt werden.

Am Abend geht es nach Daneş zum „Dracula“. Wir gönnen uns ein leckeres Abendbrot in gemütlicher Gastlichkeit.

Am Mittwoch findet der Arbeitseinsatz und das Kinderfest in Wolkendorf statt. Theo Halmen erwartet uns schon. Bewaffnet mit Arbeitskleidung, Kuchen und Würstchen fürs Kinderfest, Kostüme für die bibl. Geschichte usw. geht es los. Natürlich bei Regen. Für die ca. 40 km benötigen wir eine Fahrzeit von 1,5 Stunden.

Beim Projekt „Theo“ in Wolkendorf gibt es eine Menge zu tun. Die Männer hieven 3 Betonplatten a 300kg auf die Klärgrube, die zuvor entschlammt werden musste. Des weiteren wird Fußboden begradigt, Putz abgehackt, Aufräumungsarbeiten im Keller, Bretter entnagelt usw. Auch die Kirche wird festlich vorbereitet.

Schwerstarbeit in Wolkendorf.
Schwerstarbeit in Wolkendorf.

Anne-Marie Halmen kocht mittags eine leckere Suppe für die fleißigen Helfer. Es tut gut, sich am warmen Ofen aufzuwärmen. Am Nachmittag findet das Kinderfest statt.

Vor der Kirche warten 40 Kinder und ein paar Erwachsene geduldig auf Einlass. Auch wir sind aufgeregt. In der Kirche geht es doch etwas beengt zwischen Baumaterial und Bänken zu. Wir müssen uns keine Sorgen machen. Mit fröhlichen Mit-Mach Liedern finden wir sehr schnell einen Draht zueinander. Eben noch voll Schlamm aus der Klärgrube, wird Rüdiger unversehens zum König AHAB gekrönt. Annerose ist sein Weib ISEBEL. Wir spielen die Geschichte des Elia. Martina erzählt, Theo übersetzt ins Rumänische.

Auch die anschließende Bastelarbeit kommt gut an. Die Kinder fertigen Buttons zum anstecken. Später gibt es lecker Kuchen und Würstchen. Zum Abschluss bekommt jede Familie einen Geschenkbeutel.

Fix und fertig, aber zufrieden fahren wir am Abend zurück.

 

Donnerstag klart das Wetter auf. Es regnet nicht mehr, ist aber immer noch sehr kalt. Der Vormittag ist wieder gefüllt mit Vorbereitungen für das nächste Kinderfest. Kuchen backen, Einkaufen auf dem Wochenmarkt in Schäßburg und weitere organisatorische Dinge.

Nach erfolgreicher Premiere der Elia Geschichte, sind die Schauspieler heute richtig in Fahrt. Wir haben viel Platz in der Kirche und es wird ein tolles Fest. Auch heute kommen ca. 40 Kinder. Dazu einige Eltern und Großeltern.Wir begrüßen sehr herzlich den orthodoxen Pfarrer, der mit seinen Kindern in die evangelische Kirche kommt.

Die Buttons kommen auch hier sehr gut an. Manu wird regelrecht belagert. Doch bald hat jedes Kind seinen Button. Es wird gegessen und getrunken und danach gehen wir zur feierlichen Einweihung der Wippe. Wie das abgeht, seht Ihr selbst.

Neue Kinderwippe in Pruden.
Neue Kinderwippe in Pruden.

Zum Abschluss bekommt auch hier jede Familie einen Geschenkbeutel.

Am Abend wird gefeiert. Unsere Übersetzerin Carmen ist mit ihrer Familie zu Gast. Carmen hat Geburtstag und ihr Mann Marcel überrascht alle mit einer eigens gebackenen Geburtstagstorte. Leider wird auch Abschied gefeiert. Der erste PKW fährt Freitagmorgen zurück gen Heimat.

Pfarrhaus Pruden im Herbst 2013.
Pfarrhaus Pruden im Herbst 2013.

Die Zeit war wie immer, viel zu kurz.

Aber alle wissen, nächstes Jahr zur selben Zeit heißt es wieder:
Auf nach Rumänien! Wir werden erwartet!

Bericht von Manuela Oertel

Pfingsten in Pruden

Zum diesjährigen Pfingstfest am Montag, dem 20. Mai, gab es einige glückliche Besonderheiten. Zuerst waren da die vielen Gottesdienstbesucher, die leider nicht alle einen Sitzplatz in der Kirche fanden. Wir, als Prudener Gastgeber, hatten so viele Menschen noch nicht in der Kirche gehabt. Dies lag vor allem an den zahlreichen Bistritzer Gästen, die ihren Pfarrer Johann Zey mitbrachten. Somit waren gleich vier Geistliche an der Gottestdienstfeier beteiligt. Denn die diesjährige Pfingstpredigt wurde von Bischof Reinhart Guib gehalten. Wie jedes Jahr gestalteten auch Dechant Johannes Halmen und der Schäßburger Stadtpfarrer Bruno Fröhlich die Gottesdienstzeremonie.

Kirchenvertreter
v.l.n.r.: Bischof Reinhart Guib, Dechant Johannes Halmen, Pf. Johann Zey, Pf. Bruno Fröhlich

Am Nachmittag wurde im Pfarrgarten von Pruden Kaffee und Kuchen serviert. Dazu stimmte Pf. Dietrich Galter Volkslieder an. Außerdem spielte der Prudener Posaunenchor und die Gastgeber sangen unter der Leitung von Daniel Peters ein paar geistliche Lieder.

Pruden Pfingsten 2013
Posaunenchor Pruden
Pruden Pfingsten 2013
Im Pfarrgarten bei Kaffee und Kuchen.

Leider begann es während des Nachmittags zu regnen, sodass die meisten entweder den Heimweg antraten oder sich in die Kirche flüchteten. Daniel Peters sorgte dort noch für musikalische Kurzweil.

Christen setzen sich ein