Pruden

Pruden – Ein rumänisches Dorf

Die Ortschaft Pruden liegt uns sehr am Herzen. Hier ist der Ausgangspunkt für all unsere Aktivitäten in Rumänien. Dass wir uns hier wohl fühlen und auch gern gesehen sind stellen wir jedesmal aufs neue fest. Gelegentlich werden wir sogar als „Neu-Prudener“ bezeichnet, was uns ein bisschen mit Stolz erfüllt.

Geografische Lage

Lage von Pruden
Lage von Pruden

Pruden liegt fast im Zentrum von Transsilvanien, unweit der Stadt Schäßburg. Es gehört gerade noch zum Landkreis Hermannstadt, der Nachbarort Seleuş gehört schon zu Mieresch. Das kleine Pruden ist über zwei Zufahrtswege zu erreichen. Ein Weg zweigt von der DN14, zwischen Elisabethstadt und Groß-Alisch, ab. Dieser führt dann über Halwelagen nach Pruden. Der andere Weg führt über Groß-Alisch. Welcher nun der Bessere ist, kann nur von jedem selbst herausgefunden werden. Pruden auf der Karte zeigen.

Geschichte

Pruden wurde einst von den sogenannten „Siebenbürger Sachsen“ gegründet und über Jahrhunderte von diesen bewirtschaftet. Die erste Erwähnung findet sich im Jahr 1337. Es gehörte einmal zum unterem Stuhl des Schäßburger Stuhles. Denn die alten Siebenbürger Sachsen  verwalteten sich in den sogenannten Sieben Stühlen. Damals wie heute waren die Bewohner von Pruden arm und wenig an der Zahl. Aber sie hatten zumindest das Recht wertvolles Salz aus Oderhellen steuerfrei zu beziehen.
Im Jahr 2009 wurde ein Buch über Pruden herausgegeben. Es trägt den Titel „Pruden mitten in der Welt“, Herausgeber ist Lukas Geddert. Leider sind alle Exemplare vergriffen. Wer sich an dieser Stelle eingehende Informationen zur Geschichte Prudens wünscht sollte die Ortsseite unter www.siebenbuerger.de aufschlagen.

In seiner jüngeren Geschichte hat Pruden einen großen Umbruch erlebt. Nach dem zweiten Weltkrieg, als schließlich der neostalinistische Diktator Ceaușescu das Ruder übernahm, setzten erhebliche Repressalien gegen die einheimischen Siebenbürger Sachsen ein. Die Zukunftschancen im Land sanken dramatisch. Immer mehr Prudener erwogen daraufhin die Aussiedlung in die BRD. Was völlig im Interesse des sozialistischen Regimes lag. Die somit frei gewordenen Grundstücke und Gebäude, sofern sie nicht bereits enteignet waren, wurden der rumänischen Bevölkerung zugewiesen. Aus dem einst sächsischen Dorf wurde ein Rumänisches. Inzwischen ist auch die letzte verbliebene Sächsin verstorben. Nur noch die alten Häuser mit den kunstvollen Verzierungen und Inschriften, sowie die Grabsteine auf dem Friedhof erinnern an die sächsische Vergangenheit des Ortes.

Infrastruktur und Gebäude

Foto
Foto – Pruden aus der Luft

Die Straßen von Pruden sind eher breite Wege mit vielen Schlaglöchern, die ab und an mit Schotter aufgefüllt werden. Links und rechts der Dorfstraßen stehen alte sächsische Häuser und Höfe, vereinzelt aber auch neue rumänische Bauten. Für deutsche Augen sind die meisten Gebäude in schlechtem Zustand. Man kann aber davon ausgehen, dass die Rumänen eine andere Meinung vertreten.

Die gesamte Ortslage ist an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, wie eigentlich jedes Dorf in Rumänien. Fließend Wasser haben allerdings die Wenigsten, denn ein Leitungssystem für Trinkwasser gibt es nicht. Ein paar Haushalte werden von einem Hochbrunnen versorgt. Über Leitungen und mit Hilfe der Schwerkraft gelangt das Brunnenwasser zu den Häusern. Die meisten Leute holen ihr Wasser jedoch aus dem eigenen Brunnen oder dem zentralen Dorfbrunnen. Letzterer wurde durch das tatkräftige Engagement unserer Interessengemeinschaft saniert und ausgebaut.

Obwohl Pruden nicht groß ist, stehen hier zwei Kirchen. Eine kleinere orthodoxe Kirche und die fast schon übergroße Evangelische, welche erst 1906 geweiht wurde. Vor der Abwanderung der evangelischen Sachsen stimmte das Größenverhältnis der Kirchen mit der Zahl ihrer Gemeindeglieder noch überein. Heute jedoch steht das größere Gotteshaus ziemlich ungenutzt da und Gottesdienste finden lediglich zu besonderen Anlässen statt. Aber selbst das ist eine kleine Sensation.

Verbunden in Christus ☧